Auswanderung von Johannes Hertweck (Ochsenwirt)
„Im Herzen stets ein Kuppenheimer geblieben“
93jährig zum siebzehntenmal die Heimat besucht Kuppenheim - Im Herzen ist er stets ein Kuppenheimer geblieben! Karl Hertweck, Onkel unseres „Ochsen-Wirts". besuchte fast 93jährig bereits zum siebzehntenmal Kuppenheim, seine badische Heimat, verbunden mit einer Rundreise durch die deutschen Lande. Im Jahre 1923, als 25jährigerwar er in die USA ausgewandert. Der erste Weltkrieg hatte zugroße Spuren hinterlassen und die Arbeitslosigkeit war groß.
Die Inflation hatte die deutsche Währung heimgesucht. Mit deutschem Geld war seinerzeit die Schiffsreise nicht zu bezahlen. Sein späterer Arbeitgeber in den USA hatte ihm das Überfahrt-Ticket geschickt!
Sehr positiv auBerte sich Karl Hertweck über die fortschrittliche Entwicklung in Kuppenheim. Die Veränderungen seien beeindruckend, wenn man die Knöpflestadt einige Zeit nicht gesehen habe.
Karl Hertweck hatte insgesamt noch acht Geschwister. Sein āltester Bruder war der verstorbene Ochsenwirt senior.
Johannes Hertweck hatte 1932 in den Staaten eine Deutsche geheiratet, machte sich 1935 selbständig und führte bis 1960 ein eigenes Geschäft. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. 93jährig wollte er seine Heimat nochmals sehen. Die Reise unternahm er mit seiner Lebensgefährtin, Frau Walter, sowie mit seiner seiner ältesten Tochter und dem Schwiegersohn. Karl Hertweck besuchte dabei viele Freunde und Bekannte in Kuppenheim und anderswo. Erinnerungen an die Kindheit werden wach: Kuppenheim vor dem ersten Weltkrieg. wer kann da schon mitreden?
Seine 84jährige Schwester in Bühl hat er besucht (unser Bild), Karl Hertweck ist ein „Kuppenheimer Amerikaner" geblieben. Die Heimat hat auch nach so vielen Jahren an Reiz nicht verloren.
Wir grüßen ihn in Mountenside N.Y. und wünschen ihm noch viele gesunde Jahre!
- HS - (Kommunal-Echo August 1991)
